Vom Himmel auf das Zifferblatt

Als die Uhren präzise wurden, wurde die Zeit knapp.

Seit Jahrhunderten läuten morgens um sechs die Glocken der katholischen Kirchen. Mit dem Angelusläuten – und dem Gebet, zu dem es ruft – begann lange Zeit der Tag. Mittags um zwölf und abends um sechs Uhr ist es wieder zu hören und gibt dem Arbeitstag eine Struktur.

Der ist heute freilich für viele nicht mehr um sechs Uhr vorbei. Supermärkte haben oft bis 23 Uhr geöffnet, Telefonhotlines sind rund um die Uhr erreichbar und Smartphones mogeln berufliche Nachrichten in die Stunden, die eigentlich Frei-Zeit sein sollten. Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich habe, sei ein Sklave, urteilte Friedrich Nietzsche. So gesehen dürfte der größte Teil der westlichen Welt versklavt sein. Doch wie ist das passiert? „Vom Himmel auf das Zifferblatt“ weiterlesen

Und mittendrin ein bisschen Schweiz

Glienicke und Babelsberg – die Sommerresidenzen der preußischen Prinzen Carl und Wilhelm

Touristen aus aller Welt kommen nach Potsdam, um sich Sanssouci anzusehen. Den Park und das gleichnamige Schloss kennt jeder. Dabei ist, am Rande bemerkt, das gelbe Wohnschlösschen im Stil des Rokoko nicht das Hauptschloss der Anlage. Das Neue Palais am westlichen Ende der Hauptallee kommt sehr viel gewaltiger daher als das weltberühmte Refugium des Alten Fritz. Doch was Schlösser und Parks angeht, haben Potsdam und der südwestliche Zipfel Berlins noch weit mehr zu bieten. „Und mittendrin ein bisschen Schweiz“ weiterlesen

Mit Benzinmotor und Gasentwickler

FahrradElektrofahrräder erobern unsere Straßen. Ist es doch sehr praktisch, ins Büro zu radeln, aber trotz boshafter Steigungen frisch anzukommen. Anderen erlaubt der kleine Motor am Fahrrad, sich auch Ausflüge zuzutrauen, die sie allein mit Muskelkraft noch nicht oder nicht mehr bewältigen könnten. Was vor ein paar Jahren die Ausnahme war, ist mittlerweile zum Trend geworden. Doch so ganz neu ist die Idee nicht.
„Mit Benzinmotor und Gasentwickler“ weiterlesen

Die glühenden Tränen des Laurentius

Von Meteoren, Meteoroiden und Meteoriten

Kurz vor seiner Enthauptung vertraute Papst Sixtus II. seinem Archidiakon, Laurentius von Rom, den Kirchenschatz an. Nach dessen Hinrichtung weigerte sich Laurentius beharrlich, den Schatz dem Kaiser auszuhändigen. Statt dessen verteilte er ihn an die Armen. Diese Entscheidung kostete ihn das Leben, und nur vier Tage nach seinem Papst starb auch Laurentius. Er wurde mit dem Schwert hingerichtet, heißt es. Doch es gibt auch Berichte, nach denen er auf einem Grill zu Tode geröstet wurde. Das war am 10. August 258, und der 10. August ist der Laurentiustag. Die Sternschnuppen, die jedes Jahr um diese Zeit am Himmel zu sehen sind, werden darum auch Laurentius-Tränen genannt. „Die glühenden Tränen des Laurentius“ weiterlesen

Die Suche nach bewohnbaren Monden

Zwei Exomonde auf der ihrer Umlaufbahn um einen Planeten.
Zwei Exomonde auf ihrer Umlaufbahn um den Mutterplaneten.                      Visualisierung: Heller

Nach monatelangen Bemühungen gab die NASA im August bekannt, die volle Funktionstüchtigkeit des Kepler-Weltraumteleskops nach einem technischen Defekt nicht mehr herstellen zu können. Doch vier Jahre lang – seit dem Start 2009 – war Kepler auf der Suche nach Exoplaneten, nach Planeten also, die einen anderen Stern umkreisen als unsere Sonne. Die dabei gesammelten Daten sind längst noch nicht ausgewertet, und das Team erwartet noch hunderte, wenn nicht tausende neue Entdeckungen. Ziel der Kepler-Mission ist es, potenziell bewohnbare Welten zu finden.

Damit Leben, wie wir es kennen, möglich ist, muss ein Planet in der sogenannten habitablen Zone liegen. Das bedeutet, er muss im richtigen Abstand um seinen Stern kreisen, damit flüssiges Wasser vorhanden sein kann. In dieser Zone wurden bisher sechs Planeten mit fester Oberfläche entdeckt – und mehr als 100 Gasriesen.

Sollten andere Sonnensysteme unserem gleichen, dann lohnt sich auch ein genauer Blick auf diese Gasplaneten. Jupiter zum Beispiel wird nach heutigem Wissensstand von 67 Monden begleitet. Es gilt als bestätigt, dass sich unter der Eiskruste seines Mondes Europa ein Ozean aus flüssigem Wasser befindet. Der Saturnmond Titan beherbergt eine komplexe, der Erde in mancher Hinsicht ähnliche Welt, wenn auch seine Atmosphäre für Menschen unwirtlich ist.

Selbst in unserem Sonnensystem ist die Entdeckung von außerirdischem Leben durchaus denkbar. Wenn es gefunden würde, dann möglicherweise auf einem Mond. Vielleicht ist auch die „zweite Erde“, nach der Astronomen in der Milchstraße Ausschau halten, also gar kein Planet, sondern der Trabant eines Gasriesen. Seit 2012 läuft die erste Kampagne zur Suche nach Exomonden mit Kepler. Dr. René Heller von der McMaster University in Hamilton (ON), Kanada, hat sich mit der Bewohnbarkeit von Monden beschäftigt. Im Interview erklärt er, warum für ihn gerade die Begleiter der Planeten besonders interessant sind. „Die Suche nach bewohnbaren Monden“ weiterlesen